Bürgerbühne im Kleist Forum
Bürgerbühne im Kleist Forum: Die Briefe der Frau Lotte
Bürgerbühne im Kleist Forum Connected © Disconnected
Kleist Forum Bürgerbühne Kleinstadtkinder
Kleist Forum Bürgerbühne Songs are like tattoos
Kleist Forum Bürgerbühne Kleinstadtkinder
Kleist Forum Bürgerbühne Im freien Fall

DIE BÜRGERBÜHNE IM KLEIST FORUM

Mit seiner Bürgerbühne gibt das Kleist Forum seit der Spielzeit 2016/2017 den Themen der Stadt und ihrer Einwohner:innen einen ästhetischen Raum im Theater. Sie ist kein Ersatz für ein eigenes Ensemble, sondern ein eigenes Format, bei dem spielfreudige Frankfurter:innen jeden Alters die Möglichkeit haben, das, was sie bewegt, unter professionelle Bedingungen auf die Bühne zu bringen. Ganz gleich, ob es um persönliche Geschichten, kulturelle oder soziale Fragen geht. Auf diese Weise entstehen pro Spielzeit ungefähr fünf große (Theater)-Produktionen sowie eine Vielfalt an künstlerischen Ausdrucksformen, darunter Filme, performative Projekte, Installationen und Diskussionsrunden.

SAISON 2023/2024

Die Bürgerbühne im Kleist Forum widmet sich in dieser Spielzeit erneut den drängenden Fragen unserer Gegenwart. Und ihr sollt immer mit dabei sein. Ob als Alltagsexpert:innen oder Spieler:innen auf der Bühne. Ob als Zuschauer:innen im Theatersaal oder Mitdiskutierende in unseren Diskursformaten. Wir sind ein Ort für die Stadt, der für alle Menschen offen ist. Eine Werkstatt für die Gegenwart.

Gleich zu Beginn stellen wir uns dabei Georg Büchners Drama »Woyzeck« und der Frage, wie es sich in dieser Welt aushält. Im Jahr der olympischen Sommerspiele 2024 erobern dann zehn Hochleistungssportler:innen die Bühne und gehen dem Leistungs- und Optimierungsdruck unserer Zeit auf den Grund. Außerdem gibt es ganz viel Stadt, Stadt und nochmal Stadt. So gehen wir in einer künstlerischen Recherche den Lebensgeschichten der Menschen aus dem Pablo-Neruda-Block und dem Thomas-Müntzer-Hof auf den Grund und entwickeln ein Stück, das sowohl vor Ort als auch im Kleist Forum gezeigt wird. Nicht zuletzt, aber doch zum Abschluss der Spielzeit,, berichten Weggegangene und Wiederkehrer:innen, warum es hier an der Oder so schön hier ist.
Ein besonderes Highlight ist zudem die Filminstallation »Die Brücke über die Oder«, in der die Videokünstlerin Karolina Serafin der Frage nachgeht, wie kosmopolitisch und europäisch unsere Doppelstadt »wirklich« tickt. Diese Arbeit wird gleich im September an lauen Spätsommerabenden direkt an der Oder zu sehen sein.

Ein Wiedersehen gibt es mit den Produktionen »Die Kunst ist ein Schrank«, »Die Freiheit ist ein zartes Pflänzchen« sowie der Diskursreihe »Vordenken.Nachdenken.« – diesmal unter dem Motto »Demokratiekombinat« und mit dem Kriminalbuchautor und Rechtsanwalt Dr. Dr. Bernd Hesse, der mit einer neunen, spannenden Reihe aufwarten aufwartet. Für musikalische Vielfalt sorgt ab der neuen Saison die neu gegründete Hauskapelle der Bürgerbühne.

Wir haben uns viel vorgenommen. Aber es ist nötig. In einer Welt, in der die oftmals viel zu schnellen Antworten auf die komplexen Phänomene der Zeit Hass und Rückzug sind, brauchen wir Begegnungsorte und somit das Theater umso dringlicher.

Wir freuen uns auf euch!

Hannes Langer

Kontakt

Habt ihr Fragen oder möchtet ihr selbst bei der Bürgerbühne aktiv werden?

Hannes Langer
+49 335 4010-202
h.langer@muv-ffo.de
info@bürgerbühne-kleistforum.de 

WIR AUF YOUTUBE

Produktionen und Projekte
in der Spielzeit 2023/24

Eine Ode an Trixi, Mandy und Colette

Halblang

Konzept und Regie: Mirko Borscht
Mit: Trixi, Mandy, Colette udn Menschen, die rund um den Thomas-Müntzer-Hof leben

»Einmal halblang, bitte!«, sagte mein Opa und drückte mich auf den Ledersessel. »Das ist wohl etwas aus der Zeit gefallen«, antwortete ihm die Friseurmeisterin und strich mir sanft übers Haar, »aber lassen Sie mich mal machen.« An meinen ersten richtigen Haarschnitt kann ich mich nicht mehr erinnern, wohl aber an die Geschichten, die ich an diesem Tag zu hören bekam.

Dass der Herr Sydruck eine Affäre mit meiner Lehrerin Frau Dubiel hatte, bei den Meinitschzs schon wieder die Polizei war und sich der Bronsky jetzt wirklich einen Golf zugelegt hat, naja wenn man bei der Firma ist und, und, und. Das war noch in der DDR, und die Gerüchteküche in Ellies Frisierstube war Gold wert. Schließlich stand in der Zeitung ja nichts. Wenn man also an den richtig guten Stuff ranwollte, musste Mann und Frau sich die Haare schneiden lassen. Seitdem ist viel Wasser durch die Oder geflossen. Und Ellie heißt jetzt Tietz. Und was war eigentlich im Neruda schon wieder los letzte Woche? Darüber schreibt keiner was. Oder nur Fake.

Seit Social Media, Internet und Markus Lanz ist die Wahrheit undurchsichtig und anonym geworden. Vielleicht wird es mal wieder Zeit, zum Friseur zu gehen – wenn überhaupt ein Termin frei ist. Die Friseurkette »Tietz« ist wohl allen echten Frankfurterinnen und Frankfurtern ein Begriff. Und jeder Laden hat seinen ganz eigenen Charme. Und seine eigene Meinung. Sagen jedenfalls die Stammgäste.

Für ein theatrales Stadtteilprojekt im Pablo-Neruda-Block setzt sich das Team um Regisseur Mirko Borscht (Kombat Sechzehn) unter die Haube, hört zu und kommt ins Gespräch. Denn niemand sonst kennt nicht nur die Geheimnisse des Kiezes, sondern auch die Menschen, die ihn bewohnen besser als er – der Friseursessel unseres Vertrauens, auf den einige nach Jahren zurückkehren, einige niemals wieder sitzen werden und den einige niemals tauschen würden. Kaum ein anderer als dieser berühmte Sessel durfte mehr Geschichten erfahren, großen Erlebnissen entgegenfiebern und kostbare Erinnerungen hüten. Das Leder der Sitzfläche ist schon rissig geworden. Die Geschichten aber, die an diesem Ort zusammengetragen werden – sie bleiben. Und mit ihnen der Blick hinein in ein Prisma verschiedenster Lebenswege, die nur Frankfurt (Oder) zu bieten hat. Immer am Puls der Zeit, immer am Nabel der Stadt wird daraus ein Stück entstehen, das die Welt der Menschen spiegeln will, wie sie wirklich ist. Na dann. »Einmal halblang, bitte!«

Premiere:
DO / 4.4.2024 / 19:30 / Studiobühne

Weitere Vorstellungen:
SO / 7.4.2024 / 18:00 / Studiobühne
MI / 10.4.2024 / 19:30 / Studiobühne
MI/ 17.4.2024 / 19:30 / Studiobühne
DO / 18.4.2024 / 19:30 / Studiobühne
FR / 19.4.2024 / 19:30 / Studiobühne
SO / 21.4.2024 / 19:30 / Studiobühne


Eintritt frei.
Ticketreservierung an der Kasse im Kleist Forum, in der Tourist-Information oder per Mail an ticket@muv-ffo.de

Dieses Projekt entstand in Kooperation zwischen dem Verein Kulturmanufaktur Impuls e.V. und der Bürgerbühne im Kleist Forum und wurde im Rahmen des Zukunftspakets für Bewegung, Kultur und Gesundheit gefördert. Das Zukunftspaket für Bewegung, Kultur und Gesundheit ist ein Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Es wird umgesetzt von der Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung (gsub) und der Stiftung SPI. Der Programmteil »Kinder und Jugendbeteiligung im Zukunftspaket« wird verantwortet von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKSJ).

Eine Kampfsport-Performance

Sekundenglück

Konzept und Regie: Hannes Langer
Dramaturgie: Katja Münster
Sound: Richard Wolf
Training: David Borsos
Beratung der Recherche: Andrea Bandiko
Mit: Fabrice-Elias Mirel Krüger, Henning Löbl, Matti Stolt, Karl-Friedrich Thoms, Nataniel Troczyński und weiteren Gästen

Fünf Hochleistungsringer setzen mit ihrer eigenen Extremsportbiografie auseinander. Dabei betreten sie die Matte jeden Abend neu und befragen während einer echten Trainingseinheit – mit echtem Trainer und echtem Schweiß – wie sie ihr eigenes Leben in den Zwängen des Leistungssportes leben. Sie erzählen von Erfolgsmomenten, Niederlagen, der stupiden Eintönigkeit des Trainingsalltags, der Angst nicht genug zu sein und dem Druck, die Willensstärke trotz allem nicht zu verlieren. Ein persönlicher Blick in die verletzliche Seele, die jedem noch so perfekt trainierten Körper innewohnt. In jedem Moment dreht sich alles um sie – im Training wie im Wettkampf.

Eine Performance zwischen Wettkampf, Tanztheater, Lecture und Videoinstallation

Premiere: 
MI / 14.2.2024 / 19:30  / Studiobühne

Weitere Vorstellungen:
SO / 18.2.2024 / 19:30 / Studiobühne


Eintritt frei.
Ticketreservierung an der Kasse im Kleist Forum, in der Tourist-Information oder per Mail an ticket@muv-ffo.de

Dieses Projekt entstand in Kooperation zwischen dem Verein Kulturmanufaktur Impuls e.V., der Bürgerbühne im Kleist Forum, dem RSV Hansa 90 e.V. und der Sportschule Frankfurt (Oder) mit freundlicher Unterstützung der Stadt Frankfurt (Oder) sowie der Kulturbetriebe/Kulturbüro Frankfurt (Oder).


Diskursfestival

Vordenken. Nachdenken: Die stille Demokratie

Eine Denkmaschine für Bürger*innen, Politik, Pädagogik, Kunst und Wissenschaft

Die vergangenen Jahre stellten mit ihren vielfältigen Krisen und Zumutungen die Demokratie vor große Herausforderungen. Immer müßiger werden die Diskussionen, immer heißer die Stimmung und immer polarisierter die Lager. Auf der einen Seite gibt es diejenigen, die demonstrieren, engagiert über Social-Media-Kanäle und im direkten Gespräch debattieren, Bürgerinitiativen gründen und sich aktiv einbringen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch jene, die sich enthalten, ihre Stimme nicht einbringen oder sich sogar abwenden. Dabei sind Debatte und Beteiligung grundlegend für ein demokratisches Gemeinwesen, ja vielleicht sogar die einzige Möglichkeit, die Demokratie – die sich gegenwärtig in einer Krise zu befinden scheint – noch zu retten.

»Vordenken. Nachdenken: Die stille Demokratie« geht mit spannenden Talkgästen, Filmen und Performances dem Zustand unserer Demokratie auf den Grund. Seid dabei und diskutiert mit!

DO / 30.11. bis SA / 2.12.

Eintritt frei. Tickets für alle drei Tage gibt es an der Kasse im Kleist Forum und in der Deutsch-Polnischen Tourist-Information im Bolfrashaus. Anmeldungen sind auch per E-Mail an ticket@muv-ffo.de möglich.

Gefördert vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogrammes »Demokratie leben!«.

Eine Performance

System. Woyzeck

Nach Georg Büchner
Recherche, Regie und Bühne: Hannes Langer
Dramaturgie: Katja Münster
Sounddesign: Richard Wolf
Assistenz: Naomi Hutomo
Bürgerbühne im Kleist Forum

Woyzeck ist ein Getriebener. Ein kleiner Soldat, der zermürbt wird von den Mächtigen und ausgenutzt von den Einflussreichen. Gehetzt rennt er durch die Welt, passt sich an, versucht, es allen recht zu machen. Sein Glück soll er trotzdem niemals finden. Die Welt, die er im Nacken hat, wird ihm zur Qual. Als ihm dann seine geliebte Marie fremdgeht, begeht Woyzeck an ihr einen brutalen Mord. Was nun? Er geht in den See. Um sich zu ertränken? Zur Ruhe zu finden? Sich reinzuwaschen? Die Tat im Rücken, das Blut noch an den Fingern. Vielleicht schläft er ein, rennt dann weg und beginnt irgendwo neu? Aber ist die Welt denn anderswo besser?

In »System. Woyzeck« erforschen neun junge Menschen aus Frankfurt (Oder) und Umgebung Büchners Dramenfragment und übersetzen es in die heutige Zeit. Wieder trifft Woyzeck auf einen Haufen Egoist*innen, auf Reichtum und Armut, Hass und Missgunst. Wird Woyzeck auch diesmal scheitern?

Premiere:
SA / 4.11. / 19:30 / Kleist Forum / Studiobühne

Weitere Vorstellungen:
MI / 8.11. / 19:30 / Kleist Forum / Studiobühne
FR / 10.11. / 19:30 / Kleist Forum / Studiobühne
SO / 12.11. / 18:00 / Kleist Forum / Studiobühne
MI / 22.11. / 19:30 / Kleist Forum / Studiobühne
DO / 23.11. / 19:30 / Kleist Forum / Studiobühne
FR / 24.11. / 19:30 / Kleist Forum / Studiobühne
SO / 26.11. / 19:30 / Kleist Forum / Studiobühne

Eintritt frei. Eine Platzreservierung per E-Mail an ticket@muv-ffo.de, an der Kasse im Kleist Forum oder in der Deutsch-Polnischen Tourist-Onformation im Bolfrashaus ist erforderlich.

Diese Produktion entstand in Kooperation zwischen dem Verein Kulturmanufaktur Impuls e.V. und der Bürgerbühne im Kleist Forum mit freundlicher Unterstützung der Stadt Frankfurt (Oder) sowie der Kulturbetriebe/Kulturbüro Frankfurt (Oder).

Eine Filminstallation / Instalacja filmowa

DIE BRÜCKE ÜBER DIE ODER / MOST NAD ODRĄ

Von Karolina Serafin / Karoliny Serafin
Mit/Występują: Malwina Donarska,Saskia Heller, Hubert Artur Lenart, Anna Panek-Kusz, Sonia Sławińska, Izabela Smolska, Krzysztof Wojciechowski

In ihrer begehbaren Filminstallation »Die Brücke über die Oder« ergründet Karolina Serafin die Brücke als verbindendes Element zwischen den beiden Städten Frankfurt (Oder) und Słubice. Sie spricht mit Menschen beider Länder, die sich beidseits des Flusses zuhause fühlen, zeigt gemeinsame Geschichten, aber auch unterschiedliche Blickwinkel und geht der Bedeutung der Grenze auf die Spur.

W filmowej instalacji »Most nad Odrą« Karolina Serafin bada most jako element łączący dwa miasta - Frankfurt nad Odrą i Słubice. Rozmawia z ludźmi z obu krajów, którzy czują się jak w domu po obu stronach rzeki, pokazuje wspólne historie, ale także różne perspektywy i bada znaczenie granicy.

Ort: alte Ladenfläche in der kleinen Oderstraße 9 (direkt am Zukunftsplatz)

Lokalizacja: Stara przestrzeń sklepowa przy Kleine Oderstraße 9, Frankfurt Oder (bezpośrednio przy Zukunftsplatz)


Vernissage:

FR 22.09.2023 // 18 Uhr
Öffnungszeiten: Im September und Oktober, immer mittwochs und freitags zwischen 17 und 22 Uhr

Wernisaż:
PT. 22.09.2023 // 18:00

Godziny otwarcia: We wrześniu i październiku w środy i piątki między 17:00 a 22:00

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